Diekmann

Rose-Bikes-CEO Diekmann: „Sponsoring muss viel mehr aus KPI-Sicht betrachtet werden“

Fahrradhersteller Rose Bikes weitet sein Sponsoringbudget parallel zum Umsatz sukzessive aus. CEO und Digital-Experte Marcus Diekmann hat auf dem SPOBIS 2021 über die Strategie hinter dem Wachstumskurs gesprochen, über echte KPIs und die Chancen, mit einer agilen und Performance-orientierten Weiterentwicklung von Sponsoring neue Bündnisse zwischen Clubs und Marken zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsbereichen berichten die Fahrradhersteller während der Corona-Pandemie – trotz Produktionsausfällen und steigenden Preisen in Asien – von positiven Effekten. Die Fahrradbranche hat zuletzt einen regelrechten Boom erfahren. In Zeiten, in denen Urlaub nur schwer möglich war und die Menschen auf den Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln verzichten wollten, sind Fahrräder – egal welches Typs – ein noch beliebteres Produkt geworden.

Marcus Diekmann, der seit 2019 der Geschäftsführung von Rose Bikes angehört und seit Februar 2020 als CEO fungiert, sieht für seine Branche trotzdem noch viel ungenutztes Potenzial. Einer seiner größten Kritikpunkte: „Die Fahrradbrache hat es bislang versäumt, ausreichend Brand-Building in der breiten Masse – nicht nur bei den Experten – zu machen.“

Schon weit vor der Pandemie hat sich einiges in dem 1907 als Fahrradladen in der Bocholter Innenstadt gestarteten Unternehmen einiges gewandelt. Rose Bikes hat sich dabei mit dem Einstieg Diekmanns Anfang 2019 für einen radikalen Weg entschieden. Das Unternehmen, zuvor in 13 Ländern aktiv, fokussierte sich auf fünf Länder, tauschte seine IT aus, stellte 100 Mitarbeiter neu ein und stellte einen neuen Onlineshop auf die Beine. Als Resultat stand nach knapp zwei Jahren nicht nur eine annähernde Verdopplung des Umsatzes, sondern auch ein kompletter Wandel in der Unternehmenskultur eines traditionellen und weiter inhabergeführten Unternehmens.

Diekmann ist selbst begeisterter Radfahrer und konnte bei Rose gewisser Maßen sein Hobby zum Beruf machen. Zuvor hatte er als Chief Digital Officer für die Accell Group in Amsterdam sowie als Director Digital, eCommerce & Omnichannel für Beter Bed gearbeitet. Im Zuge der neuen Unternehmensstrategie wurde auch im Bereich Marketing einiges verändert und das Budget um 50 Prozent erhöht.

Das Kerngeschäft von Rose sollen auch in Zukunft vor allem das Rennrad und der Rennradsport sein. Um in der breiten Mitte bekannt und als Lifestyle-Brand ernst genommen zu werden, brauchte es aber bekanntlich mehr. So hat Rose Bikes neben dem Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer auch die Tennisspielerin und mehrfache Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber, den Golfprofi Maximilian Kieffer und den Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul als Markenbotschafter für sich gewinnen können. Neben den Testimonials hat Rose Bikes mit dem SC Freiburg seit September 2020 auch erstmals einen Club aus dem Profifußball im Portfolio und fungiert als Ärmelsponsor des Fußball-Bundesligisten.

Für Diekmann ist bei der Auswahl von Marketingaktivitäten zunächst elementar wichtig, dass der Brandfit passt. Ansonsten sei ein Markentransfer gar nicht möglich. Zudem seien „echte KPIs“ entscheidend. Das habe massive Auswirkungen für die Zukunft des Sponsorings. Hier wünscht sich Diekmann im Sport eine flexible und agile Partnerschaft, die ganz neue Bündnisse zwischen Clubs und Marken ermöglicht.

Ein Teilziel wurde durch die Partnerschaft mit dem SC Freiburg bereits im ersten Jahr erreicht: Die Bekanntheit von Rose Bikes wurde deutlich gesteigert. Um die bekannteste Rad-Brand in Freiburg und vor allem unter den Freiburger Fans werden sind in der neuen Saison und mit den zurückkehrenden Fußballfans zahlreiche Aktivierungsmaßnahmen geplant – auch um das neue Europa-Park Stadion in Freiburg. „Um unser Zweijahresziel zu erreichen, werden wir alles tun“, sagt der CEO von Rose Bikes.

In den Augen von Marcus Diekmann lassen gerade die Clubs im Profifußball wertvolle Chancen liegen, gerade wenn es darum geht, die Strahlkraft und Reichweite der eigenen Spieler zu nutzen.

Das gesamte Marketingbudget von Rose Bikes beträgt derzeit rund acht Millionen Euro, wovon ein Großteil in den Bereich Online-Media geht. Doch auch im Sponsoring sind zuletzt weitere Partnerschaften hinzugekommen und mit einem steigenden Umsatz könnte sich auch das Budget weiter erhöhen, dass künftig in den Sport fließt. Mit Werder Bremen kam zuletzt ein weiterer Club hinzu und Diekmann kündigte auf dem SPOBIS auch den baldigen Einstieg bei Eintracht Frankfurt an. Allerdings ist Rose Bikes wählerisch und sucht clevere Deals, die sich refinanzieren lassen.

Zum Ende des Bühnentalks hatte Diekmann, der seit Juli 2020 als Berater auch den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in E-Commerce-Fragen unterstützt, noch einige grundsätzliche Empfehlungen für Sportclubs parat.

Den gesamten Talk mit Marcus Diekmann sowie alle weiteren Bühnenprogramme des SPOBIS 2021 mit mehr als 120 Referenten und bis zu 40 Stunden Sendedauer stehen für alle Besucher des Events on-demand und in voller Länge in der SPOBIS-App zur Verfügung.  

Sie konnten beim SPOBIS nicht live vor Ort sein? Jetzt noch schnell ein kostenfreies SPOBIS-Digital-Ticket sichern und unter anderem die folgenden Programmpunkte on-demand und in voller Länge anschauen:  

  • Christian Seifert: Mensch, Manager und Macher  
  • Axel Hellmann: Die fünf dringendsten To-Do`s der Bundesliga  
  • Trend zum eSport: Wie die Virtual Bundesliga zur Wettbewerbsmarke wird; Talk mit Andreas Heyden (EVP Digital Innovations, DFL Gruppe), Ralf Reichert (Gründer und CEO, ESL), Alexander Wehrle (Geschäftsführer, 1. FC Köln
  • Sichtbarkeit und ein neues Selbstverständnis: Wie der Frauen-Fußball seine wirtschaftliche Attraktivität steigern will; Talk mit Martina Voss-Tecklenburg (DFB-Bundestrainerin), Thomas de Buhr (Executive Vice President Marketing & Commercial, Dazn), Martina Hänsel (Creative Producer - Documentaries & Docutainment, Warner Bros. Entertainment) und Henning Stiegenroth (Senior Vice President Sport-Marketing, Deutsche Telekom)

Foto: SPONSORs / picture alliance

SPOBIS