Masterclass

Warum Sponsoring immer auch verkaufen muss

Hinter nahezu jedem Sponsoring-Engagement steht heute ein salesgetriebener Business-Case. Das ist eine der Kernaussagen aus der SBC-Masterclass von SPONSORs mit Joachim Böhmer (Derbystar), Dennis Schröder (11Teamsports) und Frank Kampp (Brands and Emotions). Warum sich ein Sponsoring immer auch rechnen sollte und welche Strategien für direkte und indirekte Sales-Effekte erforderlich sind, erklärt das Experten-Trio im Digital-Talk.

Nachdem zur Saison 2010/11 der Einheitsball für die Bundesliga und 2. Bundesliga eingeführt wurde, verschwand Derbystar zwischenzeitlich von der großen nationalen Fußballbühne. „Wenn man Ballspezialist ist und der Ball in der Bundesliga nicht zu sehen ist, verliert man an Strahlkraft“, sagt Joachim Böhmer, Geschäftsleitung von Derbystar, im Rahmen der SBC-Masterclass. Zur Saison 2018/19 löste Derbystar dann Adidas ab und wurde Ballsponsor der beiden deutschen Profiligen. Laut SPONSORs DATA bezahlt Derbystar jährlich 2,5 Millionen Euro an die DFL. Zuzüglich Sachleistungen und eventueller zusätzlicher Lizenzgebühren beim Erreichen gewisser Verkaufsschwellen dürfte das Gesamtinvest des Unternehmens aus Goch am Niederrhein im Best Case für die DFL rund vier Millionen Euro schwer sein.

SBC

Das Unternehmen erzielt 80 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Bällen. Vor der Corona-Krise sollen es allein circa eine halbe Million Bundesliga-Bälle gewesen sein. Von einer kompletten Refinanzierung des Investments könne – gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise aktuell – nicht gesprochen werden, aber natürlich sei das ein prioritäres Ziel, sagt Böhmer. „In erster Linie ging es darum, dass wir unsere Marke wieder in den Vordergrund bringen“. Wie sich das Investment auch zum aktuellen Zeitpunkt schon rechnet, erklärt Böhmer im folgenden Video-Ausschnitt:

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit Joachim Böhmer von Derbystar.

Auch 11Teamsports ist im deutschen Profifußball längst fest verankert. 2007 in Crailsheim gegründet, hat sich das Unternehmen mit über 2,5 Millionen Kunden im Bereich Fußball als Teamsport-Spezialist zum europäischen Marktführer entwickelt. In ganz Europa stehen inzwischen mehr als 50 Clubs in der 1. und 2. Liga unter Vertrag. Selbst im Corona-Jahr wurden in der Bundesliga unter anderem mit dem 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf weitere Partner hinzugewonnen. Aktuell erzielt das Unternehmen rund 70 Prozent seines Gesamtumsatzes über den Online-Handel. Ein wichtiger Erfolgsfaktor, um sein Geschäftsmodell erfolgreich zu betreiben. Vor allem das Thema CRM und Daten-Auswertung würden dadurch erleichtert, sagt Dennis Schröder, Geschäftsführer von 11Teamsports im digitalen Talk:

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit Dennis Schröder von 11Teamsports.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Frank Kampp, Geschäftsführer von Brands and Emotions: „Ohne Daten wirst du dein Geschäftsmodell nicht konsequent gestalten können“. Die Agentur berät im Sportsponsoring große Brands wie Audi, Rewe oder Tipico und sieht Sponsoring über starke Inhalte und Touchpoints vor allem in der Rolle, eine Art Katalysatorfunktion für den Vertrieb einzunehmen. Kampp ergänzt: „Wie ich das Thema Sales gestalte, ist immer auch von der Infrastruktur der jeweiligen Marke abhängig.“ Eine Kernfrage dürfte dabei sein, wie man einen qualitativen Sales-Kontakt definiert und wann man von einer Conversion oder einem Lead spricht, der rein über das Sponsoring generiert wurde. Im folgenden Video-Ausschnitt nennt Kampp positive Sales-Beispiele aus dem Sportsponsoring.

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit Frank Kampp von Brands and Emotions.